****** Persönliche Probleme waren ausschlaggebend dafür, daß Jackson Browne fast zwei Jahre nichts von sich hören ließ. Ende 1976, fast zwei Jahre nach „Late For The Sky“, erschien sein viertes Werk „The Pretender“. Die lange Sendepause hatte ihm nicht geschadet, ganz im Gegenteil, ist „The Pretender“ eines seiner besten und emotional ergreifendsten Werke überhaupt. Man hört fast in jedem Moment dieses Albums, wie Jackson Browne seine persönlichen Probleme bzw. Schicksalsschläge hier verarbeitet. Getragen werden die einzelnen Stücke von einer traurigen Grundstimmung. Und genau das ist es, was „The Pretender“ als Gesamtwerk so einzigartig macht. Gleich der Opener „The Fuse“ macht das deutlich. Das Lied klingt so, als hätte Jackson Browne als seinen Kummer hier hineingepackt. Ein so großartiges Lied wie das 6 Minuten lange „Your Bright Baby Blue“ hätten auch die musikalisch ähnlich gelagerten und sich damals auf ihren Höhepunkt befindlichen The Eagles nicht besser und schöner spielen können. Völlig ungewohnte, von mexikanischer Folklore beeinflußte Töne schlägt Jackson Browne in „Linda Paloma“ an. Ein wirklich sehr schönes Lied, das zum damaligen Zeitpunkt in der Version von Linda Ronstadt mit Sicherheit ein Hit in den USA gewesen wäre. Ein Hit für Jackson Browne war dagegen das sehr emotionale „Here Comes Those Tears Again“, mit dem er im Frühjahr 1977 einen soliden Erfolg in den US-Charts landen konnte. Ein Lied zum Zuhören ist das sehr schöne „The Only Child“. Das gleiche gilt auch für „Daddy’s Tune“. Sehr schön aber leider viel zu kurz ist „Sleep’s Dark And Silent Gate“, mit seinen wunderschönen Chorgesängen. Neben „For A Dancer“ aus dem Jahre 1974 ist „The Pretender“ mein Favorit im Gesamtwerk Jackson Brownes. In gekürzter Fassung war dieses wundervolle Lied Mitte 1977 ein kleiner Hit in den US-Charts. Die magere Chartplazierung sagt nichts, aber auch gar nichts über die Klasse dieses Liedes aus. Das üppige Arrangement erinnert an die ganz großen Werke der Eagles. Mit seinem vierten Album „The Pretender“ ist Jackson Browne abermals ein ganz großer Wurf gelungen. Dieses Album war es, wodurch ich Jackson Brownes kennen- und schätzengelernt habe. Und auch nach 30 Jahren und nach unzähligen Anhören liebe ich „The Pretender“ immer noch. Dieses Album ist einfach nur schön und von zeitloser Klasse. |